Crazy Shoe Award: Vom Wiener Schuhmacherball bis zum europaweiten Kult-Wettbewerb

Was passiert, wenn man gestandene Schuhmachermeister, wilde Jung-Designer und kreative Orthopädietechniker auffordert, alle Regeln der Statik und Vernunft zu vergessen? Es entsteht der „Award for the Crazy Shoe“.


 Man traut seinen Augen kaum: mit diesen verrückten Schuhen kann man einen walk über den Laufsteg wagen. "Crazy Wurst" Schuhe Orthopädieschuhmacherschule Wien 2015

Gegründet im Jahr 2008 vom Wiener Maßschuhmachermeister Andreas Kudweis, hat sich dieser Wettbewerb zu einer der spannendsten Bühnen für europäisches Schuhdesign entwickelt. Ursprünglich war die Verleihung das schillernde Highlight des traditionellen Wiener Schuhmacherballs, doch auch nach dem Ende der großen Ballnächte hat der Award nichts von seinem Glanz verloren. Heute feiert die Innung die Sieger in exklusiven Gala-Events – und die Fantasie kennt weiterhin keine Grenzen.

Die Kunst des Unmöglichen: Die Kriterien

Ein „Crazy Shoe“ ist viel mehr als nur ein Gag. Um die Fachjury zu überzeugen, müssen die Modelle vier harte Kriterien erfüllen:

  • Originalität: Hat man das so schon mal gesehen?
  • Design: Stimmt die künstlerische Vision?
  • Verarbeitung: Ist das Handwerk auf Meisterniveau?
  • Tragbarkeit: Ja, man muss darin (theoretisch) einen Schritt gehen können!

Galerie: Highlights aus dem Jahr 2012



Die Bilder wurden uns freundlicherweise von der Schuhmacherinnung zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. 

  • ​Platz 1 „Schunikat" von Christine Weichselbaum  
    Spezialfarben auf Acrylbasis waren notwendig, um das Modell „Schunikat“ zu kreieren 
  • Platz 2 „Echter Picasso von Theresa Gerlinger
    Sie ließ sich für ihre Kreation von spanischen Maler-Genie inspirieren. Ihr Schuhmodell „Picasso“ nimmt Anleihen bei den kubistischen Portraits des Meisters – inkl. Glasaugen, Leder-Zähnen und roter Zunge. 
  • Platz 3 Duck Martens" von Lotta Löfgren (Finnland) ausgezeichnet.
    Ihr Modell „Duck Martens“ ist ein Schuh gewordenes Portrait der berühmten Comic-Ente mit orangem Leder-Schabel und gestickten Kuller-Augen.
 

Highlights der Teilnehmer 2015



1 „Der Legoschuh“ Laura Harmsen Deutschland   /  2 „Känguruschuh“ Romana Hochban Deutschland / 3 „Eäuber Hotzenplotz“ Jennifer Cavnaugh Österreich / 4 „Käseschuh“ Kirsten Sandvolss österreich / 5 „Alice“ Heinz Müller Österreich / 6 Crazy Coke“ Sönke Knoop Deutschland / 7 „Crazy Duck“ Mario Kiermayer Deutschland / 8 „Peacock“ Theresa BOLKART Deutschland /9 „Star-Shoe“ Pascal PAUL Deutschland 

Der Crazy Shoe Award

wurde 2008 vom österreichischen Maßschuhmachermeister Andreas Kudweis ins Leben gerufen und wird von der Landesinnung Wien der Schuhmacher und Orthopädieschuhmacher jährlich für die originellsten Schuh-Kreationen Europas vergeben. Der Award soll auf das hohe kreative und handwerkliche Potential der Schuhmacher-Branche aufmerksam machen. Teilnahmeberechtigt sind alle europäischen Schuhmachermeisterbetriebe, Schuh-Designer und Schuhmanufakturen. Aus den zahlreichen Einsendungen ermittelt eine Fach-Jury der eine Vorauswahl nach den Kriterien Originalität, Design, Verarbeitungsqualität und Tragbarkeit. Beim alljährlich stattfindenden Wiener Schuhmacherball werden die besten Paare einer weiteren Jury aus Fachleuten, Prominenten und Publikumsgästen vorgestellt, die in Anwesenheit eines Juristen mittels Punktesystem aus der Vorauswahl die drei Topmodelle kürt. Sponsor des Crazy Shoe Awards 2010 ist der Schuh- und Lederpflege-Hersteller Collonil .

Das Erbe im Wiener Schuhmuseum

Wer glaubt, diese Schuhe seien nach der Preisverleihung in Schränken verschwunden, irrt gewaltig. Die Preisträger und viele der nominierten Modelle wandern direkt ins Wiener Schuhmuseum (Florianigasse 66). Dort kann man sie heute noch aus nächster Nähe bewundern und über die Details staunen, die auf Fotos kaum zu greifen sind.

Der Crazy Shoe Award zeigt uns jedes Jahr aufs Neue: Das Schuhmacherhandwerk ist lebendig, mutig und herrlich verrückt. Es ist eine Verbeugung vor der Kreativität, die in jedem Leisten und jeder Naht stecken kann.

Wie geht es weiter?

Heute wird der Award von der Landesinnung Wien der Schuhmacher als Gala-Event weitergeführt. Die Community wächst stetig, und jedes Jahr kommen neue "Schunikate" hinzu, die beweisen, dass die Grenze zwischen Mode und Kunst fließend ist.